Baulogbuch

Vier Anläufe für ein Golfbag fürs Fahrrad.

Ein Karton, eine Fahrradtasche mit Klett zusammengehalten, eine transparente Hartschale, die seit drei Saisons jede Woche zum Golf gefahren wird — und die zwei Versionen, die gerade auf der Werkbank liegen. Alles, was funktioniert hat, und alles, was nicht.

Das Problem sind nicht die Schläger. Das Problem ist, dass Golftaschen weich sind. Ein Gepäckträger trägt Gewicht, indem er etwas Festes an wenigen Punkten hält; eine Golftasche ist ein schlaffer Schlauch, gemacht für eine Schulter. Jede Fahrrad-und-Golf-Idee läuft irgendwann in diese Wand — und das hier ist das Protokoll von vier Anläufen gegen dieselbe Wand.

Nichts davon ist am Rechner entstanden. Es wurde gesägt, gebohrt, geklebt und dann so lange zur Driving Range in Berlin gefahren, bis etwas kaputtging.

Der Karton

Fazit: Idee bestätigt, Material überlebte nichts

Die erste Version war ein Karton mit einem Spanngummi-Netz obendrüber, auf den Gepäckträger geschnallt. Kostete nichts und beantwortete die einzige Frage, die zuerst zählt: Kann eine Kiste voller Golfschläger auf einem Gepäckträger sitzen und das Rad trotzdem fahrbar bleiben?

Konnte sie. Das Rad lief besser als erwartet — Last über der Hinterachse ist deutlich stabiler als eine Tasche auf dem Rücken. Der Karton fand Regen erwartungsgemäß nicht gut. Aber nach der ersten Fahrt stand die Form des Produkts schon fest: etwas Festes, ungefähr so hoch wie ein Satz Eisen, seitlich am Gepäckträger.

Wenige Tage später ersetzte eine transparente Aufbewahrungsbox den Karton. Sie hatte in jeder Dimension die falschen Maße und blieb monatelang im Einsatz.

Der allererste VeloCaddie-Prototyp: ein Karton mit schwarzem Spanngummi-Netz über der Öffnung.
Der Anfang. Karton, Gepäcknetz und keine Ahnung, ob irgendetwas davon funktioniert.
Eine transparente Kunststoffbox mit Golfschlägern neben einem blauen Rennrad.
Der Nachfolger: eine transparente Box in völlig falscher Größe, die trotzdem eine ganze Saison Schläger transportierte.

Die weiche

Fazit: die ehrliche Sackgasse

Version zwei ging den umgekehrten Weg: Statt eine Kiste dazu zu bringen, sich wie eine Golftasche zu verhalten, sollte eine Golftasche sich wie eine Fahrradtasche verhalten. Eine Gepäckträgertasche wurde mit dem Oberteil einer Golftasche verklettet — und das Ergebnis hing am Rad und sah fast nach Produkt aus.

Fast. Beladen sackte es durch, und eine durchsackende Tasche am Gepäckträger zieht bei jedem Wiegetritt zur Seite. Klett, das im Wohnzimmer bombenfest sitzt, arbeitet sich über ein paar Kilometer Kopfsteinpflaster locker. Und die Schläger — worum es eigentlich geht — steckten in Stoff, der kein Interesse daran hatte, sie zu schützen.

Das war die Version mit der eigentlichen Lehre: Die feste Wand ist kein Kompromiss, den man eingeht, damit die Montage klappt. Die feste Wand ist das Produkt.

Und genau deshalb gibt es so etwas nirgends zu kaufen: Montage am Gepäckträger verlangt eine feste Wand, und Golftaschen sind weich. Alle, die das versuchen, stehen an derselben Gabelung — und die meisten nehmen den weichen Weg, weil er leichter aussieht.

Der v2-Prototyp am Rad: eine graue Fahrradtasche, mit runden Klettflächen an ein Golfbag-Oberteil geheftet.
Fahrradtasche plus Golfbag-Oberteil, mit Klett verbunden. Im Stand sah es überzeugend aus.
Der v2-Prototyp steht auf einem Holzboden, oben schauen Schläger und eine gelbe Driver-Haube heraus.
Vom Rad genommen war es wieder eine Tasche — aber eine, die auf dem Platz nicht von allein stehen konnte.

Die, die wirklich funktioniert

Fazit: drei Saisons, wöchentlich, kein einziger Ausfall

Version drei ist der aktuelle Prototyp und der Grund, warum es diese Website gibt. Ein hohes festes Gehäuse, eine KlickFix-Schiene auf der Rückwand, innen Röhren zur Trennung der Schläger, unten ein ausklappbarer Standfuß, oben ein Tragegriff. Seit dem Bau etwa einmal pro Woche zum Golf gefahren, über drei Saisons.

Nichts ist je vom Gepäckträger gefallen. Nicht an Bordsteinen, nicht auf Berliner Kopfsteinpflaster. Die Befestigung war nie der schwierige Teil — KlickFix löst dieses Problem seit Jahrzehnten, und einen bewährten Standard zu übernehmen war klüger, als eine eigene Halterung zu erfinden.

Was v3 richtig macht, ist der Ablauf: abnehmen, Standfuß ausklappen, und es steht als Golfbag im Gras. Man packt keine Fahrradtasche auf dem Parkplatz aus. Genau diese eine Bewegung macht aus einem Fahrradzubehör etwas, das ein Golfer besitzen möchte.

Was schiefging

Die Röhren. Ihre Kanten scheuern an Carbon-Schäften, und Carbon verzeiht das nicht. Im Privatgebrauch gibt es eine Lösung — ein Stück Schaumstoff um jeden Schaft an der Kontaktstelle — und die funktioniert einwandfrei. Sie ist nur viel zu fummelig, um sie jemals einem Kunden zuzumuten.

Dieser eine Fehler ist der Grund, warum v3 nie verkauft wurde — und warum es jetzt zwei Version-Vier gibt statt einer. Zwei kleinere Notizen aus denselben drei Saisons: Bei manchen Rahmen ist die Fersenfreiheit knapp, und starker Regen wurde nie sauber getestet.

Der v3-Prototyp steht auf seinem ausgeklappten Standfuß vor einer blauen Wand, die Schläger sind sichtbar.
Vom Rad genommen, auf eigenem Fuß stehend. Die ganze Produktidee in einem Bild.
Detail der KlickFix-Schiene und -Haken an der Rückwand des Gehäuses.
Die Rückwand: eine normale KlickFix-Schiene, dieselbe Hardware wie an Millionen Fahrradtaschen.
Blick von oben auf vierzehn dicht nebeneinander stehende Schlägerröhren.
Die Röhren: hervorragend beim Trennen der Schläger, unfreundlich zu Carbon. Der eine Fehler, der das Produkt stoppte.
Eine Hand hebt das Gehäuse am schwarzen Tragegriff, darunter der eingeklappte Standfuß.
Tragegriff oben, Standfuß eingeklappt darunter. Beides von Teilen übernommen, die es längst gibt.

Zwei Mal Version vier

Status: beide werden diese Saison gebaut und gefahren

Statt auf dem Papier zu diskutieren, werden beide Kandidaten gebaut und gefahren — und der, der die Saison übersteht, gewinnt. Beide starten bei derselben Erkenntnis (die Röhren müssen weg) und nehmen entgegengesetzte Wege daraus.

A — die Integral

Alles behalten, was v3 richtig macht, und den Schlägerschutz im Inneren lösen: ein richtiger Deckel mit weichen Trichtern und ein gefüttertes Inneres statt nackter Röhren. Das Gehäuse bleibt die Golftasche. Ein Teil, das leichtestes Gesamtgewicht bedeutet — und das, was einem Produkt am nächsten kommt, weil drei Saisons Praxis dahinterstehen.

Der schwierige Teil liegt genau dort, wo heute der Schaden entsteht: Schläger sind länger als das Gehäuse, sie treten also über eine Kante aus. Diese Kante muss perfekt sein.

B — die Docking

Das Problem in zwei Teile schneiden. Eine feste Schale wird am Gepäckträger montiert und bleibt am Rad; eine komplette weiche Golftasche wird eingesetzt, am Platz herausgehoben und wie gewohnt auf dem Rücken getragen.

Das Carbon-Problem verschwindet vollständig — die Schläger berühren nie etwas Hartes. Auf dem Platz trägst du eine Tasche, die zum Tragen gebaut wurde. Der Preis: zwei Teile statt einem und mehr Gesamtgewicht. Dafür öffnet sich eine interessante Seitentür — so eine Schale ließe sich auch einzeln verkaufen, passend zu schmalen Taschen, die Leute schon besitzen.

Eine der beiden wird das erste VeloCaddie, das man kaufen kann. Welche, ist wirklich offen — deshalb steht unten auf dieser Seite ein Fragebogen.

Woran sie gemessen werden

  • Schlägerschutz — kein Scheuern, und keine Bastelei pro Schläger
  • Packzeit — vom Flur bis zum Losfahren, in Minuten
  • Gewicht — mit einer Hand vom Gepäckträger zu heben?
  • Fahrverhalten — Wiegetritt, Fersenfreiheit, Bordsteine
  • Auf dem Platz — Tragen, Stehen im Gras, Schläger ziehen während des Spiels
  • Optik — fragt ein Fremder, wo man das kauft, oder wofür die Tonne ist?
  • Wetter — Regen auf der Fahrt, Tau auf dem Grün
  • Erklärbarkeit — lässt es sich in einem Satz beschreiben?

Der letzte Punkt ist kein Witz. Drei Saisons mit diesem Ding durch Berlin haben einen stetigen Strom von Fremden an der Driving Range hervorgebracht, die fragen, wo man so etwas bekommt. Die richtige Antwort war bisher: gar nicht. Genau das soll v4 ändern.

Fünf Fragen

Welche Version vier hättest du gern?

Du hast gerade alles gelesen, was wir wissen. Eine Minute deiner Antworten entscheidet mehr als ein weiterer Monat an der Werkbank — vor allem Frage drei.

1. Wie oft fährst du mit dem Rad zur Range oder auf den Platz?
2. Wie weit ist es, einfache Strecke?
3. Welche Version hättest du lieber?
4. Was würdest du dafür erwarten zu zahlen? Es gibt noch keinen Preis — genau das versuchen wir herauszufinden.
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