Ein Karton, eine Fahrradtasche mit Klett zusammengehalten, eine transparente
Hartschale, die seit drei Saisons jede Woche zum Golf gefahren wird — und die
zwei Versionen, die gerade auf der Werkbank liegen. Alles, was funktioniert hat,
und alles, was nicht.
Berlin·2023 – heute·3 Prototypen gebaut, 2 in Arbeit
Das Problem sind nicht die Schläger. Das Problem ist, dass
Golftaschen weich sind. Ein Gepäckträger trägt Gewicht, indem er
etwas Festes an wenigen Punkten hält; eine Golftasche ist ein schlaffer Schlauch,
gemacht für eine Schulter. Jede Fahrrad-und-Golf-Idee läuft irgendwann in diese
Wand — und das hier ist das Protokoll von vier Anläufen gegen dieselbe Wand.
Nichts davon ist am Rechner entstanden. Es wurde gesägt, gebohrt, geklebt und
dann so lange zur Driving Range in Berlin gefahren, bis etwas kaputtging.
Mai 2023 · v1
Der Karton
Fazit: Idee bestätigt, Material überlebte nichts
Die erste Version war ein Karton mit einem Spanngummi-Netz obendrüber, auf den
Gepäckträger geschnallt. Kostete nichts und beantwortete die einzige Frage,
die zuerst zählt: Kann eine Kiste voller Golfschläger auf einem
Gepäckträger sitzen und das Rad trotzdem fahrbar bleiben?
Konnte sie. Das Rad lief besser als erwartet — Last über der Hinterachse ist
deutlich stabiler als eine Tasche auf dem Rücken. Der Karton fand Regen
erwartungsgemäß nicht gut. Aber nach der ersten Fahrt stand die Form des
Produkts schon fest: etwas Festes, ungefähr so hoch wie ein Satz Eisen,
seitlich am Gepäckträger.
Wenige Tage später ersetzte eine transparente Aufbewahrungsbox den Karton. Sie
hatte in jeder Dimension die falschen Maße und blieb monatelang im Einsatz.
Der Anfang. Karton, Gepäcknetz und keine Ahnung, ob irgendetwas davon funktioniert.Der Nachfolger: eine transparente Box in völlig falscher Größe, die trotzdem eine ganze Saison Schläger transportierte.
Juli 2023 · v2
Die weiche
Fazit: die ehrliche Sackgasse
Version zwei ging den umgekehrten Weg: Statt eine Kiste dazu zu bringen, sich
wie eine Golftasche zu verhalten, sollte eine Golftasche sich wie eine
Fahrradtasche verhalten. Eine Gepäckträgertasche wurde mit dem Oberteil einer
Golftasche verklettet — und das Ergebnis hing am Rad und sah fast nach Produkt
aus.
Fast. Beladen sackte es durch, und eine durchsackende Tasche am Gepäckträger
zieht bei jedem Wiegetritt zur Seite. Klett, das im Wohnzimmer bombenfest
sitzt, arbeitet sich über ein paar Kilometer Kopfsteinpflaster locker. Und die
Schläger — worum es eigentlich geht — steckten in Stoff, der kein Interesse
daran hatte, sie zu schützen.
Das war die Version mit der eigentlichen Lehre: Die feste Wand ist kein
Kompromiss, den man eingeht, damit die Montage klappt. Die feste Wand
ist das Produkt.
Und genau deshalb gibt es so etwas nirgends zu kaufen: Montage am Gepäckträger
verlangt eine feste Wand, und Golftaschen sind weich. Alle,
die das versuchen, stehen an derselben Gabelung — und die meisten nehmen den
weichen Weg, weil er leichter aussieht.
Fahrradtasche plus Golfbag-Oberteil, mit Klett verbunden. Im Stand sah es überzeugend aus.Vom Rad genommen war es wieder eine Tasche — aber eine, die auf dem Platz nicht von allein stehen konnte.
Oktober 2025 · v3
Die, die wirklich funktioniert
Fazit: drei Saisons, wöchentlich, kein einziger Ausfall
Version drei ist der aktuelle Prototyp und der Grund, warum es diese Website
gibt. Ein hohes festes Gehäuse, eine KlickFix-Schiene auf der Rückwand, innen
Röhren zur Trennung der Schläger, unten ein ausklappbarer Standfuß, oben ein
Tragegriff. Seit dem Bau etwa einmal pro Woche zum Golf gefahren, über drei
Saisons.
Nichts ist je vom Gepäckträger gefallen. Nicht an Bordsteinen, nicht auf
Berliner Kopfsteinpflaster. Die Befestigung war nie der schwierige Teil —
KlickFix löst dieses Problem seit Jahrzehnten, und einen bewährten Standard zu
übernehmen war klüger, als eine eigene Halterung zu erfinden.
Was v3 richtig macht, ist der Ablauf: abnehmen, Standfuß ausklappen,
und es steht als Golfbag im Gras. Man packt keine Fahrradtasche auf
dem Parkplatz aus. Genau diese eine Bewegung macht aus einem Fahrradzubehör
etwas, das ein Golfer besitzen möchte.
Was schiefging
Die Röhren. Ihre Kanten scheuern an Carbon-Schäften, und Carbon verzeiht das
nicht. Im Privatgebrauch gibt es eine Lösung — ein Stück Schaumstoff um jeden
Schaft an der Kontaktstelle — und die funktioniert einwandfrei. Sie ist nur
viel zu fummelig, um sie jemals einem Kunden zuzumuten.
Dieser eine Fehler ist der Grund, warum v3 nie verkauft wurde — und warum es
jetzt zwei Version-Vier gibt statt einer. Zwei kleinere Notizen aus denselben
drei Saisons: Bei manchen Rahmen ist die Fersenfreiheit knapp, und starker
Regen wurde nie sauber getestet.
Vom Rad genommen, auf eigenem Fuß stehend. Die ganze Produktidee in einem Bild.Die Rückwand: eine normale KlickFix-Schiene, dieselbe Hardware wie an Millionen Fahrradtaschen.Die Röhren: hervorragend beim Trennen der Schläger, unfreundlich zu Carbon. Der eine Fehler, der das Produkt stoppte.Tragegriff oben, Standfuß eingeklappt darunter. Beides von Teilen übernommen, die es längst gibt.
2026 · v4, in Arbeit
Zwei Mal Version vier
Status: beide werden diese Saison gebaut und gefahren
Statt auf dem Papier zu diskutieren, werden beide Kandidaten gebaut und
gefahren — und der, der die Saison übersteht, gewinnt. Beide starten bei
derselben Erkenntnis (die Röhren müssen weg) und nehmen entgegengesetzte Wege
daraus.
A — die Integral
Alles behalten, was v3 richtig macht, und den Schlägerschutz im Inneren lösen:
ein richtiger Deckel mit weichen Trichtern und ein gefüttertes Inneres statt
nackter Röhren. Das Gehäuse bleibt die Golftasche. Ein Teil, das leichtestes
Gesamtgewicht bedeutet — und das, was einem Produkt am nächsten kommt, weil
drei Saisons Praxis dahinterstehen.
Der schwierige Teil liegt genau dort, wo heute der Schaden entsteht: Schläger
sind länger als das Gehäuse, sie treten also über eine Kante aus. Diese Kante
muss perfekt sein.
B — die Docking
Das Problem in zwei Teile schneiden. Eine feste Schale wird am Gepäckträger
montiert und bleibt am Rad; eine komplette weiche Golftasche wird eingesetzt,
am Platz herausgehoben und wie gewohnt auf dem Rücken getragen.
Das Carbon-Problem verschwindet vollständig — die Schläger berühren nie etwas
Hartes. Auf dem Platz trägst du eine Tasche, die zum Tragen gebaut wurde. Der
Preis: zwei Teile statt einem und mehr Gesamtgewicht. Dafür öffnet sich eine
interessante Seitentür — so eine Schale ließe sich auch einzeln verkaufen,
passend zu schmalen Taschen, die Leute schon besitzen.
Eine der beiden wird das erste VeloCaddie, das man kaufen kann. Welche, ist
wirklich offen — deshalb steht unten auf dieser Seite ein Fragebogen.
Woran sie gemessen werden
Schlägerschutz — kein Scheuern, und keine Bastelei pro Schläger
Packzeit — vom Flur bis zum Losfahren, in Minuten
Gewicht — mit einer Hand vom Gepäckträger zu heben?
Auf dem Platz — Tragen, Stehen im Gras, Schläger ziehen während des Spiels
Optik — fragt ein Fremder, wo man das kauft, oder wofür die Tonne ist?
Wetter — Regen auf der Fahrt, Tau auf dem Grün
Erklärbarkeit — lässt es sich in einem Satz beschreiben?
Der letzte Punkt ist kein Witz. Drei Saisons mit diesem Ding durch Berlin haben
einen stetigen Strom von Fremden an der Driving Range hervorgebracht, die
fragen, wo man so etwas bekommt. Die richtige Antwort war bisher: gar nicht.
Genau das soll v4 ändern.
Fünf Fragen
Welche Version vier hättest du gern?
Du hast gerade alles gelesen, was wir wissen. Eine Minute deiner Antworten
entscheidet mehr als ein weiterer Monat an der Werkbank — vor allem Frage drei.