Unsere Story

Angefangen hat es mit einem Karton.

VeloCaddie ist kein Start-up. Es ist eine Person in Berlin, die keine Lust mehr hatte, zum Golf zu fahren — und die seit drei Jahren daran arbeitet, stattdessen hinzuradeln.

Golf hat einen merkwürdigen Widerspruch in der Mitte. Es sind vier Stunden Gehen an der frischen Luft, auf Gras — und fast alle kommen dorthin, indem sie im Auto sitzen, im Stau, mit Blick auf die Bremslichter davor. Man erreicht eine der gesündesten Sachen der Woche bereits steif, bereits ungeduldig und leicht genervt.

In Berlin wirkt das besonders albern. Der Platz ist eine angenehme Fahrt entfernt. Im Flur steht ein Rad. Dazwischen steht nur, dass eine Golftasche ein schlaffer Stoffschlauch mit vierzehn Stöcken darin ist — und dass es keine vernünftige Art gibt, so etwas auf ein Fahrrad zu bekommen.

Wer hinradelt, für den ist der Weg nicht mehr die Steuer, die man für die Runde zahlt. Er wird Teil der Runde.

Alles gab es längst. Nur nicht zusammen.

Radfahrer haben Transport vor Jahrzehnten gelöst: Gepäckträger, Taschen und ein Haken-Standard namens KlickFix, der eine Tasche in einer Sekunde einrasten lässt und sie über Kopfsteinpflaster hält. Golfer haben das Tragen ebenso lange gelöst: eine Tasche mit Standfuß, die sich im Gras selbst hinstellt, während man einen Schläger zieht.

Beide Hälften waren ausgereift, erprobt, langweilig. Sie waren nur nie gebeten worden, dasselbe Objekt zu sein. Also ging im Mai 2023 der erste Versuch auf den Gepäckträger: ein Karton, ein Spanngummi-Netz darüber und eine kurze Fahrt, um herauszufinden, ob die Idee Unsinn ist.

Der erste VeloCaddie-Prototyp: ein Karton mit schwarzem Spanngummi-Netz über der Öffnung.
Mai 2023. Das gesamte Entwicklungsbudget, im Bild.

Es war kein Unsinn. Last über der Hinterachse fährt sich besser als eine Tasche auf dem Rücken — kein Schweiß zwischen den Schulterblättern, kein Gewicht, das beim Wiegetritt wandert. Der Karton hielt ungefähr so lange, wie man erwarten würde. Die Idee hält bis heute.

Drei Prototypen, und einer blieb

Version zwei probierte die naheliegende Abkürzung — weiche Gepäckträgertasche nehmen, Golfbag-Oberteil dran, fertig — und scheiterte aus einem Grund, der sich als das Nützlichste herausstellte, was bisher gelernt wurde: Eine Golftasche lässt sich nur montieren, wenn sie fest ist. Genau deshalb liegt so ein Produkt in keinem Laden. Die feste Wand ist kein Kompromiss für die Montage. Sie ist das Produkt.

Version drei nahm das ernst: ein hohes festes Gehäuse mit KlickFix-Schiene auf der Rückseite, unten ein ausklappbarer Standfuß, oben ein Tragegriff. Seit dem Bau fährt es etwa jede Woche zum Golf, über drei Saisons — und ist kein einziges Mal vom Gepäckträger gefallen.

Der v3-Prototyp steht auf seinem ausgeklappten Standfuß vor einer blauen Wand.
Der aktuelle Prototyp. Abnehmen, Standfuß ausklappen — und es ist wieder eine Golftasche.

Das Ermutigendste an v3 hat mit Technik nichts zu tun: An der Driving Range kommen immer wieder Fremde herüber und fragen, wo man so etwas kaufen kann. Niemand hat sie darum gebeten. Sie sehen ein Rad mit Schlägern hinten drauf und wollen dasselbe.

Die ehrliche Antwort war bisher: nirgends. Es gab sogar eine Zeit lang einen kleinen Onlineshop — der still und leise gar nichts verkaufte, vor allem weil es nichts Fertiges zu verkaufen gab. Genau diese Lücke soll diese Seite schließen.

Schweizer Kopf, Berliner Werkstatt

Das Denken hinter VeloCaddie ist schweizerisch: sauber durchrechnen, alles überdimensionieren, was Last trägt, und nichts ausliefern, das man nicht selbst eine Saison lang benutzt hat. Gebaut wird in Berlin, von Hand, Stück für Stück. Die Halterung kommt von einem deutschen Hersteller, der sie schon lange vor diesem Projekt gefertigt hat.

Es gibt keine Fabrik, keinen Investor und kein versprochenes Startdatum. Es gibt drei Prototypen, zwei weitere auf der Werkbank und eine Reihe von Entscheidungen, die deutlich besser würden, wenn andere Leute mitreden, die Rad fahren und Golf spielen.

Wie es weitergeht

Zwei Kandidaten werden diese Saison gebaut und gefahren — einer, bei dem das Gehäuse selbst die Golftasche ist, und einer, bei dem eine Schale am Rad bleibt und deine Tasche darin steckt. Was übrig bleibt, wird das erste VeloCaddie, das man kaufen kann. Das ganze Baulogbuch erklärt beide, ehrlich, inklusive dessen, was kaputtging.

Und dann ist da noch der Teil weiter unten, ehrlich gesagt das Nützlichste auf dieser Website: fünf Fragen. Wenn du je darüber nachgedacht hast, mit dem Rad zum Platz zu fahren, verändern deine Antworten, was gebaut wird.

Fünf Fragen

Hilf entscheiden, was gebaut wird.

Es gibt nichts zu kaufen, also auch nichts zu verkaufen. Etwa eine Minute — und es verändert das Produkt wirklich.

1. Wie oft fährst du mit dem Rad zur Range oder auf den Platz?
2. Wie weit ist es, einfache Strecke?
3. Welche Version hättest du lieber? A — ein festes Gehäuse, das selbst das Golfbag ist. B — eine Schale am Rad, in die deine Golftasche eingesetzt wird.
4. Was würdest du dafür erwarten zu zahlen? Es gibt noch keinen Preis — genau das versuchen wir herauszufinden.
Etwa eine Minute · Kein Konto, kein Spam